Leseempfehlungen
"Ich trage das blaue Buch überall mit mir herum und spreche von nichts anderem. Nicht nur ich, sondern auch andere Leute strahlen vor Vergnügen, wenn sie es sehen."
(Walter Benjamin an Alfred Cohn, 1927)
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John K. Toole: Die Verschwörung der Idioten
Witzig, geistreich, tragisch. Neu und in starker Übersetzung von A. Capus.
A.F.Th.: Tonio. Ein Requiemroman
Sprachgewaltige Sprachlosigkeit angesichts des Allerschlimmsten, was passieren kann...
Eliot Weinberger: Orangen! Erdnüsse!
"La luna llorando dice: Yo quiero ser una naranja. Der Mond weint und
sagt: Ich möchte eine Orange sein. Der Astronaut Alan B. Shepard nahm
eine Erdnuss mit auf den Mond."
Wer kann da beim Lesen noch still sitzen? Schuhe an und raus in die Wälder!
Christian Linder: Noten an den Rand des Lebens
Solche Bücher gibt es wirklich noch!? Literarische Portraits aus 40 Jahren (Kracauer, Koeppen, Weiss, Wondratschek u.a.), selbst große Literatur.
Metz und Seeßlen: Blödmaschinen
"Es gibt keine richtige Sendung im falschen Programm." Die feinen Unterschiede waren gestern. Das hier ist die Fortsetzung der "Gesellschaft des Spektakels" mit anderen Mitteln. Grandios!
Ein kluges und mit wunderbaren Zeichnungen versehenes Buch über Hannah Arendts Denkwege.
Christoph Twickel: Gentrifidingsbums
Wenn der niedere Adel im Verbund mit dem Stadtentwicklungsausschuss und Immobilienhaien die Stadt neu erfindet: In Hamburg, Köln oder sonstwo auf der Welt...
Unsichtbares Komitee: Der kommende Aufstand
Darüber müssen wir reden!
Henning Ritter: Notizhefte
Unvergleichbare Aphorismen, Miszellen, kurze Essays des ehemaligen FAZ-Redakteurs.
Byung-Chul Han: Die Müdigkeitsgesellschaft
Einst war Adornos Erziehung zur Mündigkeit, jetzt ist Hans Erziehung zur Müdigkeit. Grandiose Diagnose einer kranken Gesellschaft.
A.F.Th. van der Heijden: Das Scherbengericht
Atemberaubende Geschichte und ein Feuerwerk der Dialoge.
Friedrich Sieburg: Lust am Untergang
Stilistisch einzigartig. Eine große Freude, Sieburg zu lesen! (Sieh meine Rezension).
Diaphanes Verlag: Unbedingte Universitäten
Wer Hintergrundinformationen zur Umstrukturierung im europäischen Hochschulraum haben möchte, kommt an diesen Bänden wohl nicht vorbei.
Joseph Roth: Ich zeichne das Gesicht der Zeit
Vielleicht bis heute unübertroffen: Roths Texte für die Zeitung.
Siri Hustvedt: Die zitternde Frau. Rowohlt.
Siri Hustvedt in einer herausragenden Doppelrolle als Selbstbeobachterin und Rezipientin der Neurobiologie.
Jean Baudrillard: Im Schatten der schweigenden Mehrheit
Baudrillard packt wieder einmal das soziologische Seziermesser aus. Radikal und kon-genial: Das Soziale ist bestenfalls noch Lockmittel, Hypothese und zu verwaltender Rest; der Mensch dessen Abfallprodukt, gehalten in einem „zufälligen Gravitationsfeld“ – seinem „sozialen“ Netzwerk, nicht gewillt, anzuerkennen, dass eben das Soziale dieses Netzwerks im Raum der totalen Simulation wegstirbt.
Bernd Stiegler: Reisender Stillstand
Stiegler erzählt auf unnachahmliche Weise die Geschichte der Reisen "im und um das Zimmer herum" von Xavier de Maistre bis in die Gegenwart.
Dimitré Dinev: Barmherzigkeit. Residenz Verlag.
Vier starke Essays, die die Reihe "Unruhe bewahren" eröffnen.
Miriam Gebhardt: Die Angst vor dem kindlichen Tyrannen. Eine Geschichte der Erziehung im 20. Jahrhundert. DVA München.
Rekonstruktion vorherrschender Sozialisationsmuster in der bürgerlichen Erziehungswelt des letzten Jahrhunderts. Eine historische Arbeit, die der aktuellen Diskussion neue Impulse verleiht.
Robert Menasse: Permanente Revolution der Begriff. Suhrkamp Ffm.
Reflektierte Welt auf allerhöchstem Niveau!
Kirsten Boie: Seeräubermoses. Oetinger Hamburg.
Wild tost die See und der Sturm braust auf. Verdammich: Ein Piratenabenteuer nicht nur für Kinder!
Jean-Michel Palmier: Walter Benjamin. Suhrkamp Frankfurt a.M.
Wegweisende Biografie des 1998 verstorbenen französischen Kunsthistorikers nun in deutscher Übersetzung.
Jean Rolin: Boulevard Ney. Berlin Verlag.
Zum Buch gibt es von mir eine Rezension auf den Seiten von Glanz und Elend. Einfach den Titel anklicken.
Das Buch gibt verblüffende Einblicke in die Geschichte unseres Körpers, und erklärt, welchen evolutionären Ballast wir (von Fischen, Reptilien und Affen) mit uns herumtragen. Für Mediziner und Nicht-Mediziner ein gleichermaßen großes Lesevergnügen.
Ferdinand von Schirach: Verbrechen. Stories. Piper, München.
Fast unglaubliche Kriminal-Stories, besser und vor allem spannender als jeder Tatort, nur nichts für sanfte Gemüter.
Ernst Elitz: Ich bleib dann mal hier. Beck, München.
Eine humorvolle und kritische Bestandsaufnahme der deutschen Gesellschaft. Wer einmal lesen möchte, was er selber über unser Land denkt, der greife zu Elitz.
L. Frank Baum: Der Zauberer von Oz. Insel, Frankfurt.
Mein absolutes Lieblingsbuch seit Kindertagen in neuer und ausgezeichneter Übersetzung.
Robert Misik: Politik der Paranoia. Gegen die neuen Konservativen. Aufbau, Berlin.
Der Titel sagt alles. Wer noch immer meint, die FDP sei eine ernsthafte politische Alternative, wird hier eines Besseren belehrt.
Slavoj Zizek: Auf verlorenem Posten. Suhrkamp, Frankfurt.
Der Meister holt uns genau von dort wieder weg: Reanimation des totgeglaubten Gespensts, nicht immer leicht, aber allemal lesenswert.
Jörg Fauser: Strand der Städte. Gesammelte journalistische Arbeiten 1959-1987. Alexander, Berlin.
Vielleicht das Buch des Jahres. Fauser ist unsterblich, wird aber leider viel zu wenig gelesen.
Navid Kermani: Wer ist Wir? Deutschland und seine Muslime. Beck, München.
Kermani ist wie immer auf der Höhe der Zeit und schreibt auf ebenso hohem Reflexionsniveau.
Schon allein die Einführung lohnt, sich mit Minkmars "Personal Essays" zu beschäftigen. Ich empfehle vor allem aber: "Das Paket" und "Politik als Hobby".






